Dienstag, 22. August 2017

Beobachtungsprotokoll vom 14.08.2017

Hinweis: Dieses Beobachtungsprotokoll ist in erster Linie für mich selbst. Ich stelle es dennoch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Vielleicht findet der ein oder andere ja Interessant, womit ich meine Nächte verbringe … ;)

Ort: Rimis Castle (Backyard)
Teleskop/Fernglas: Bresser AR 102/460 XS und Omegon Argus 11x70
GoTo: Nope
Ausrichtungssterne/-planeten: Saturn (diente zur Überprüfung des Suchfernrohrs)
Seeing (Schulnoten): 2
Okulare/Filter/Linsen: 26mm, 17mm, 8mm (alle 2“)
Beobachtete Objekte: Saturn, Epsilon Lyrae 1 + 2 (auch bekannt als „Doppeldoppel“), M13 (?), h + chi Persei, M31, Milchstraße;
Bilder: Nope
Cam: -
Anmerkungen/Notizen: Am Abend des 14.08. bot sich kurzfristig die Gelegenheit für einen spontanen ungeplanten Beobachtungsabend. Ursprünglich wollte ich einfach nur ein wenig durch das Teleskop schauen, Saturn betrachten und dabei entspannen, aber die Bedingungen waren so gut, dass ich dann doch ein wenig mehr Objekte in den Fokus nahm.

Mein erstes Objekt war dann natürlich auch Saturn. Mit dem 8mm Okular ergibt sich eine Vergrößerung von „nur“ 57,5-fach, es ist aber durchaus ausreichend, um das Ringsystem schön zu beobachten. Ich habe bewusst keine höhere Vergrößerung gewählt, um nicht ständig manuell nachführen zu müssen. Ein kleines Beobachtungshighlight war ein Flugzeug, dass direkt vor Saturn vorbei flog.

Danach entschloss ich mich das 26mm Okular einzusetzen, und ein wenig am Nachthimmel „spazieren“ zu gehen. Ein Schwenk hoch zum Stern Wega zeigte mir im gleichen Gesichtsfeld Epsilon Lyrae 1 + 2, etwas dass normalerweise nur im Gesichtsfeld eines Fernglases möglich ist. Nachdem ich die beiden eh schon im Blick hatte, beschloss ich ein kleines Experiment zu wagen.

Ich rückte die beiden in die Okularmitte, und setzte wieder das 8mm Okular ein, um zu testen, ob ich die beiden Begleitsterne, die diesen Doppelstern zum doppelten Doppelstern machen, sehen kann.

Unterm Strich bin ich mir nicht sicher, ob ich da wirklich etwas gesehen habe, oder ob mir meine Augen einen Streich gespielt haben, aber ich behaupte mal, jemand mit sehr guten Augen erkennt den doppelten Doppelstern.

Als nächstes peilte ich die Stelle am Himmel an, an der sich der Kugelsternhaufen M13 befinden sollte. Ich bekam nach ein wenig suchen einen recht offenen Sternhaufen zu sehen, den ich für M13 hielt. Nach einer Selbstreflexion der eigenen Beobachtung, und nachdem ich mir Bilder im Internet angesehen habe, komme ich zu dem Schluss, dass das nicht M13 war.

Ich halte es dennoch für wichtig auch Beobachtungsirrtümer zu protokollieren, denn nur so kann ich mich selber verbessern. Bei einer der nächsten Beobachtungen werde ich mir diese Stelle am Himmel noch einmal ansehen. Nicht nur um M13 zu sehen, sondern auch heraus zu finden, was ich da tatsächlich gesehen habe.

Danach griff ich zu meinem 11x70 Fernglas, und suchte den wohl schönsten Doppelsternhaufen am Nachthimmel auf: h + chi Persei. Er ist immer wieder ein wundervoller Anblick, der einem buchstäblich die Kinnlade nach unten zieht. Ich freue mich schon darauf ihn mal mit dem 102/460 Teleskop zu beobachten, an diesem Abend hätte ich wohl noch mindestens eine Stunde warten müssen, bis er von meinem Standort aus sichtbar gewesen wäre.

Das gleiche Problem hatte ich mit unserer Nachbarin der Andromedagalaxie M31. In solchen Momenten ist es wirklich Gold wert, zusätzlich ein Fernglas zu haben, mit dem man seinen Standort ein Stück weit verlassen kann. Im 11x70 zeigte sie sich schon relativ groß, auch hier freue ich mich schon darauf sie in den Teleskopfokus zu nehmen, und mit verschiedenen Vergrößerungen zu experimentieren.

Zum Abschluss meiner Beobachtung wanderte ich noch ein wenig mit dem Fernglas durch die Milchstraße und betrachtete dieses feine, an ein leuchtendes Netzwerk erinnernde Geflecht aus Gas und Sternen. Sollte übrigens jeder mal tun, der die Gelegenheit dazu hat. Es ist definitiv ein Anblick, den man nie wieder vergisst. :)

Kommentare:

  1. Toll! Das muss beeindruckend sein, immer wieder!!

    Liebe Grüße,
    Silbia

    AntwortenLöschen
  2. Ja, es ist immer wieder toll! Das einzige was ich bereue ist, dass ich erst so spät in die praktische Astronomie eingestiegen bin.

    Vielen Dank für Deinen Kommentar, und liebe Grüße zurück,

    Rimi aka Marcus :)

    AntwortenLöschen